Glossar zur angewandten Technik: DIE TIXOGRAPHIE
Die Tixographie steht seit Ende 2006 bei meiner druckgraphischen Arbeit in Vordergrund! Dieses Unwort (von mir erfunden) steht einerseits für Materialdruck kombiniert mit Kaltnadelradierung und andererseits für Prägedruck, der mit anderen geätzten Tiefdrucktechniken kombiniert wird, auf jeden Fall aber für Arbeiten, 'erzeugt mit Tixo’.
Bei dem ersteren (Ausgangsmaterial Alu) werden quer zur Kaltnadelradierung Klebestreifen (Tixo) gelegt, um sozusagen die Unbändigkeit der Kaltnadelradierung einzudämmen:
Anfangs bleibt die Farbe - ähnlich wie bei der Offenätzung - nur am Rand hängen, aber umso öfter man die Platte putzt, umso mehr wird der Tixostreifen angelöst und elastisch. Der Tixostreifen bleibt zwar am Untergrund kleben, aber das Lösungsmittel bewirkt, daß sich der Tixostreifen erweicht, sodaß sich der darunter liegende Kaltnadelradierungsgrat durchdrückt und so abgedruckt wird.
Beim zweiteren (Ausgangsmaterial Kupfer) verwende ich diverse adhäsive Mitteln (Tixo, Pickerl, Rubbelletter) um den Asphaltlack/Abdecklack zu ersetzen, die ich wiederum einem längerem Säurebad aussetze, um eine tiefe Prägeplatte zu bekommen, die dann meist mit Aquatinta (o. a.) ergänzt wird und als normale Ätzradierung abgedruckt wird. Ähnlich wie beim Materialdruck bleibt die Farbe nur an den Rändern oder in tiefergelegenen Ebenen stehen, die Oberfläche wird plangewischt.
Lies Heilmann, 2007